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TU Bergakademie – Im Gespräch mit …

Headerbild: Timo Leukefeld

 

Professor Dr. Timo Leukefeld – Absolvent der Energetik der TU Bergakademie Freiberg

 

Stolz zeigt Timo Leukefeld sein Handy. Ein rund 15 Jahre altes Nokia mit Tasten und monochromem Display. „Ich habe mir eine Smartphone-Pause verordnet, mein Leben ist jetzt entspannter“, schmunzelt er.

Ein Ingenieur, der auf modernste Technik verzichtet? Ja und Nein. Denn andererseits wohnt und arbeitet er in einem der modernsten Häuser der Welt. Das ist zwar noch ans Stromnetz angeschlossen, aber nur, um gelegentlich was einzuspeisen. Energieautark nennen das die Fachleute. Und genau das ist Timo Leukefelds Thema. Dazu lehrt er an zwei Hochschulen, dazu hält er Vorträge, und seit zwei Jahren ist er offiziell „Energiebotschafter der Bundesregierung“. Außerdem entwickelt er weitere Häuser, plant Gebäude und energetische Gesamtsimulationen.

Ein Mann mit engem Terminkalender, der trotzdem herrlich entspannt wirkt. Angefangen hat alles hier in Freiberg.

 

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 Studieren in Freiberg: Wenig Party, dafür volle Konzentration aufs Studium. Foto: Stephan Floss

Herr Leukefeld, Sie haben an der TU Bergakademie in Freiberg studiert, standen andere Standorte zur Wahl, warum haben Sie sich gerade für die sächsische Kleinstadt entschieden?

Für mein Fach waren damals nur die Hochschulen in Freiberg und Berlin interessant. In Berlin wurde mein Ost-Abitur nicht richtig anerkannt. Außerdem bin ich einer, der zwar viel durch die Welt reist, aber dann auch gerne in der Heimat bleibt. Und Freiberg hatte ein gutes Angebot und sehr viel Lehrpersonal für wenig Studenten.  Kleine Studiengruppen, persönlicher Kontakt zum Professor, viel Unterstützung. Ich habe mich richtig wohl gefühlt.

 

Sie haben Energetik studiert. Wie kam es dazu?

Ich bin ja in einer Försterei aufgewachsen, habe Nachhaltigkeit, ohne das Wort zu kennen, schon mit der Muttermilch aufgesogen. Bin dann eher durch Zufall auf die Solartechnik gekommen. In Freiberg fand damals gerade eine große Umwandlung von Bergbau in Richtung Umwelttechnik statt. Das hat mir gut gefallen. Energetik ist eine Vertiefungsrichtung des Maschinenbaus, es geht um die Erzeugung, den Transport, die Speicherung und den Verbrauch von Energie.

 

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Studieren in kleinen Seminargruppen mit hervorragendem Lehrpersonal. Foto: Stephan Floss

Sie haben in Zürich studiert und Praktika in Spanien und Indonesien absolviert, was ist in Freiberg anders als in der weiten Welt?

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, kurz ETH Zürich, mit Freiberg zu vergleichen, ist schwierig. Das ist eine der Elite-Universitäten der Welt. In einer Reihe mit Oxford oder Harvard. War mir aber viel zu groß, extrem anonym. Man hatte nur noch eine Nummer. Die Hörsäle waren rammelvoll, Kollegialität unter den Studenten nicht vorhanden. Es war sehr wohltuend, wieder in Freiberg mit der persönlichen Rundumbetreuung zu sein. Wir Studenten hatten hier eine Chance, den Wandel der Bergakademie zu gestalten.

Würden Sie heute einer Schülerin oder einem Schüler zu einem Studium in Freiberg an der TU raten?

Die individuelle Betreuung ist auch heute noch sehr gut. Immer noch ein riesiger Qualitätsvorsprung vor westdeutschen Universitäten. Die TU Bergakademie begreift sich als Ressourcen-Universität. Hier sind die Naturwissenschaftler sehr gut aufgehoben. Studenten sollten sich überlegen, ob sie lieber von früh bis spät Party feiern wollen – das ist hier ein bisschen schwieriger. Diese Situation hilft aber eben auch, sich hier mehr auf das Studium zu konzentrieren.

 

Prof. Timo Leukefeld

 

Geboren 1969 in Annaberg-Buchholz

 

1986 bis 1989 Lehre zum Instandhaltungsmechaniker

 

1991 bis 1996 Studium der Energetik an der TU Bergakademie Freiberg

 

1997 bis 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Freiberg

 

1998 Gründer Soli fer Solardach

 

seit 2009 Leiter Projektgruppe „Das energieautarke Haus“ der Helma Eigenheimbau AG

 

seit 2011 Honorarprofessor an der Staatlichen Studienakademie Glauchau

 

seit 2012 Honorarprofessor an der TU Freiberg

 

seit 2013 „Energiebotschafter der Bundesregierung“

 

 

 

Dieser Artikel ist in Kooperation mit der Standortkampagne “So geht sächsisch” entstanden.

 

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